Pushkar

Die Pilgerstadt. Pushkar ist anders als der Rest in Rajasthan. Für indische Verhältnisse gelten 22000 Einwohner bestimmt schon als Dorf, und Pushkar find ich super.

Als gläubiger Hindu möchte man wenigstens einmal im Leben hierher kommen und im heiligen See an einem der 52 Badeghats ins Wasser steigen. Ganze Familien, Dorf- und Glaubensgemeinschaften steigen ins kühle Nass, die Einheimischen nutzen den See für die Körperhygiene. Beim Spaziergang um den See müssen die Schuhe ausgezogen werden, Rauchen und Fotografieren ist nicht erlaubt. Das Fotografieverbot interessiert keinen, wir müssen für viele Selfies mit indischen Pilgern posieren. Lustig: setzt sich einer zu uns, wird die Gruppe immer größer, und jedes Mobile braucht sein eigenes Foto. Die Kühe dürfen auch am heiligen Ufer scheissen oder gucken von der Terrasse auf den See.

Der Bedeutung der Stadt angemessen gibt es um die 400 Tempel, die Stadt ist rund um die Uhr erfüllt vom Geräusch der Pujas, vom Singen, Trommeln und Rezitieren.
Auch einer der weltweit wenigen Brahma geweihten Tempel steht hier. Weder schön noch gepflegt, aber scheinbar ein einträgliches Geschäft, jede freie Fläche wird als Gedenktafel vermietet oder verkauft.
Und endlich begegnen wir auch einer fünfbeinigen Kuh. Dieser wächst das fünfte Bein aus dem Rücken und um die Hörner trägt sie eine hübsche rosa Schleife. Eine Fünfbeinige gilt als Inkarnation einer indischen Gottheit, und das Berühren des fünften Beines soll Glück und Wohlstand bringen.
Es ist heiß und wir halten solide zwei Stunden Mittagssiesta unterm Ventilator. Kann man sich dran gewöhnen.
Abends trifft man sich am romantischen Sunset Point am See oder auf dem Berg oberhalb der Stadt. Knapp 1000 Stufen erklimmen wir zum höchsten Punkt mit Tempel und Languren – Affen. Die Stufen fangen smoothie an und wachsen bis auf Kniehöhe, aber wir widerstehen der indischen Seilbahn und trainieren die Beine.

Neue Stadt, neuer Guru, auch hier vertraue ich mich einem örtlichen Yogalehrer an. Er ist 70 Jahre jung, unterrichtet eine wohl tuende Praxis und ich nehme mir vor, in jeder Stadt einen Lehrer zu finden. Seine Yogashala ist in einem Tempel untergebracht. Die Stunde wird unterbrochen durch das Getöse der Hindu – Tempel – Sound – Maschine. Macht nix, „Relax“. Sein Mobile trägt er in der Hemdentasche udn er geht auch ran, wenn es bimmelt. Ich darf in der Zeit: „Lay down, relax“.

Veröffentlicht von

Anke Rettkowski

Ein sehr guter Jahrgang :)

4 Gedanken zu „Pushkar“

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