Auckland

Passend zur Halbzeit unserer Reise sind wir am weitest entfernten Punkt von zu Hause, genau auf der anderen Seite unserer schönen Erdkugel mit 12 Stunden Zeitverschiebung. Auckland. Vermeintlich drittlebenswerteste Stadt der Welt. Kann ich mir gut vorstellen, zumindest jetzt im hiesigen Sommer. Das Meer ist knallerblau, es gibt massenweise tolle Strände und, wie es sich für eine Großstadt gehört, jede Menge Umsonst und Draußen Events.

Die Stadt ist gleichzeitig sehr mondän und ultra Retro. Die K’road (Karagahape) ist die Khaosan Aucklands und erinnert an das London der 80er. Hier siedeln die Geschäfte der Kehrseite des Kapitalismus, second hand vom Roten Kreuz, Auckland helping Auckland, und die wunderschönen, individuellen Bars und Lädchen, die noch keiner Kette angehören.

In den Bars am Meer wird gern Champagner getrunken, oder eben viel, viel Bier. Die Damen glitzern gebrezelt, die Herren im „eigentlich komme ich gerade von meiner Yacht-Stil“. Die Einkaufsstraße ist demokratisch, Prada und H&M residieren Seite an Seite. Nur die Menschen ohne Obdach und die Straßenmusiker stehen eher vor Dior als vor den Läden fürs Volk. Ob es hilft? Im Kapitalismus kommt Haben ja eher nicht vom Geben.

Streetart ist auch in Auckland zu finden und macht die Stadt ein bisschen bunt.

Die Yoga Academy bietet ein schönes (Ashtanga und Hatha) Studio inmitten der Stadt, und ich besuche je eine Stunde. Hatha mit Helen, falls Ihr mal hier seid, eine klare Empfehlung! In Neuseeland kann man sein Herzensding auch als Nummernschild ans Auto nageln.

Nach sechs Monaten Asien leide ich ordentlich unter Kulturschock. Ich frage mich, ob ich mich in Düsseldorf oder Hamburg derzeit ebenso fühlen würde. Irgend etwas fehlt mir an dieser Stadt. Sie atmet viel Geld und gibt sich Mühe, alles hübsch zu gestalten. Auf mich wirkt sie steril. So, als würde man durch die Maschen rutschen, wenn man nicht in den Mainstream der Metropole passt. Es fehlt an Esprit und Boheme. Vielleicht ein falscher Eindruck, doch ist dies mein subjektives Reise-Tagebuch, ich darf das.

Cool sind die schnellen Lime E- Roller, die überall herum stehen und ganz einfach per App zu entsperren sind.

2 Gedanken zu „Auckland“

  1. sehr schöner Bericht aber so habe ich Auckland vor 15 Jahren nicht erlebt. Da glänzte nur der Tower. Der Rest des Stadtbildes war geordnet und sauber, von Armut und Menschen ohne Bleibe keine Spur.
    Mir gefiel das viele Wasser in und um Auckland.

    1. Das Stadtbild ist geordnet und sauber, und das viele Wasser ist mega! Vielleicht fallen deshalb die, die nicht rein passen uns Bild, so auf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.