To do….und was man dabei so erlebt

Mitgliedschaften, Telefon und Internet, Handyverträge, Monatsfahrkarte, das Abo der geliebten Yogazeitung….alles muss fristgerecht gekündigt werden.
Die Wohnung soll über eine Agentur vermietet werden. Eine wunderbare Gelegenheit, sich von Überflüssigem zu trennen. Es werden alle Dinge gespendet, verschenkt oder verkauft, die nach einem Jahr rumstehen auch nicht besser werden. Schon jetzt erschreckend, wie viel Zeug sich sammelt und wie wenig davon wichtig ist.

Ein check up bei jeder ärztlichen Fachrichtung.
Der Augenarzt stellt fest, die Brille braucht neue Gläser und der Optiker passt neue Linsen an. Der Hausarzt ist auch Reisemediziner und gibt alles für meine Gesundheit. Die Ohren werden noch einmal vom Schmutz befreit und der Zahnarzt möchte noch ein Krönchen platzieren.
Eine Abmeldung beim Einwohnermeldeamt und ein neuer internationaler Führerschein bei der KFZ Zulassungsstelle zu 16,30 €. Wie bitte kommt eine Stadt auf diese schräge Summe?
Zwei Katzen müssen untergebracht werden. Sie sollen zusammen bleiben und ziehen zu einer Freundin. Eine verhaut den dort ortsansässigen Kater und pinkelt ihm die Bude voll, die andere haut direkt ab aus ihrem neuen Domizil und hält die Welt vier Wochen in Atem. Nun sind beide wieder bei mir, alles auf Anfang.
Der erste Flug nach Georgien wird gebucht. Wir legen uns mit dieser Buchung auf minimalistisches Packen fest: 2 Rucksäcke als Handgepäck zu je 8 kg maximal plus ein gemeinsames aufzugebenes Gepäckstück.

Das erste Visum für Usbekistan muss beantragt werden. Wir haben Ehrgeiz und möchten uns dringend selbst durch bürokratische Mühlen schleusen. Fazit: Statt ca. 100 € durch eine Agentur kostet es 70 €, viel Zeit und jede Menge Nerven:
Visum: 60 € je Person
Porto zum Generalkonsulat und zurück, beides per Einschreiben: 8 €
Berechnung durch die Bank für den Überweisungsbeleg mit Bankstempel: 5 €.
Und wir wissen noch nicht, ob wir alles richtig gemacht haben.

Aber doch, haben wir, unser Visum ist da. Und plötzlich wird alles ganz nah und ernst und ganz bald.
Heute realisiere ich: Ich gehe noch zwei Wochen und einen Tag arbeiten. Dann folgen fünf Tage Englischkurs, Verlorenes auffrischen. Und drei Tage später sitzen wir bereits morgens im Flieger.
Beide Katzen sind neu verteilt, mit Ausstieg bauen und Großeinkauf und allem Zipp.
Die neue Dosenöffnerin von Katze Betti erleidet nach drei Tagen mit Pelztier im Haus einen allergischen Schock, Betti zieht zum zweiten Mal nach Hause zurück, es sind noch drei Wochen bis zu unserer Abreise. Seufz.
Wenigstens bei Katze Gretchen geht diesmal alles glatt, eine Sorge weniger.
Die Abende sind voll mit Terminen, und neue zusätzliche Termine türmen sich an den wenigen Tage ohne. Noch 18 Tage. Ein erstes Ziel für mein Leben danach: Soooo wichtig ist gar nix, das es nicht zu schaffen ist, jeden Tag eine kleine Zeit zu finden für die eigene Yogapraxis und die Zubereitung eines schlichten, aber guten Essens!
Und beim nächsten Mal fange ich mit allem eher an, versprochen 🙂
Katze Betti hat ein neues Heim, aber die Frau Mama muss aktiviert werden, für drei Wochen einzuspringen. Ende Juli kann auch Betti zur Ruhe kommen.
13 Tage vor Abreise wird mir mein Fahrrad geklaut. Inklusive Tasche, Handy und Tolino Reader. Und die schicke neue Trekkingjacke, die mich begleiten sollte. Leider auch der Schlüsselbund mit einem tollen Filzanhänger, der meinen Vornamen trägt. Auch blöd: eine Rechnung unseres örtlichen Energielieferanten an meine Adresse liegt auch mit bei, damit man auch direkt weiß, wo der Schlüssel ins Schloss gehört.
Schlösser für drei gleich schließende Zylinder plus Schlüssel für alle Mitglieder der Hausgemeinschaft und ein Schloss für die Wohnungstür.
Immerhin: die Geldbörse mit meinen Papieren hatte ich in der Hosentasche.
Ich nehme mir nicht übel, das ich mich jetzt gerade einfach freue, bald weg zu sein.

Mein letzter Arbeitstag beginnt mit einem Suizid am Gleis an meiner Bahnstrecke und entsprechender Verspätung.
„Durchgehektikt“ komme ich an, doch meine Kollegin trägt mich mit ihrer Ruhe durch einen kurzweiligen, beseelenden, anstrengenden Tag. Viele Menschen wünschen mir alles Gute und dass wir gesund zurück kehren. I`m in love.

Veröffentlicht von

Anke Rettkowski

Ein sehr guter Jahrgang :)

4 Gedanken zu „To do….und was man dabei so erlebt“

  1. Ach Anke, wie gerne wäre ich auch weg.
    Deinen Blog werde ich verfolgen. Es ist dann fast wie dabei sein.
    Ich wünsche Euch gutes Gelingen und ganz viele Abenteuer nebenbei.
    See you next year
    Angelika

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