Von Peru nach Kolumbien

Iquitos, größte Stadt im Regenwald Perus am Sagen umwobenen Amazonas. 400.000 Einwohner, keine Straße führt hin, nur per Boot oder Flugzeug kann man sie erreichen.

Es ist laut. TukTuks fahren durch die Stadt, jede Menge und vermutlich immer hin und her, ob mit oder ohne Fahrgäste. Am Ufer gibt es nette Cafés, ansonsten ist nicht viel los, und die Stadt hatte mal bessere Zeiten. Reich wurde sie mit Kautschuk und beutete die Indios als billige Arbeitskräfte aus. Als Kautschuk in Asien billiger und schneller zu ernten war, war Iquitos pleite. Seit 1960 erholt sich die Stadt, dank Erdöl und Tourismus.

Iquitos begrüßt uns mit feucht heißem Klima und einem Regenbogen. Wir sind durch, halten ausgiebig Mittagsruhe und schlafen in unserer ersten Nacht trotzdem lockere 12 Stunden.

Das Speedboot bringt uns in zehn Stunden nach Leticia. Liegt Iquitos im Nichts, dann fällt Leticia von der Landkarte. Eine 40.000 Seelen Gemeinde im Dreiländereck Brasilien, Kolumbien, Peru. Die Ausreise muss auf der peruanischen Seite des Amazonas in Santa Rosa gemacht werden, die Einreise in Leticia. Nur heute nicht, denn heute ist das System kollabiert. Die Dame schickt uns direkt nach Leticia, da sei heute beides möglich. Das System ist so lahm, das der Beamte zur Bearbeitung der acht Menschen vor uns geschlagene zwei Stunden braucht. Und dann…..stellt er fest: der Liebste darf nicht einreisen, genauer: nicht einmal ausreisen. Denn der Beamte gab bei der Einreise von Bolivien nach Peru eine falsche Reisepassnummer ins System ein. Das kann nur in Santa Rosa auf der anderen Seite des Amazonas geändert werden. Aber heute nicht mehr. Ich verbringe also den Abend mit einem Illegalen.