Von Aserbaidschan nach Usbekistan

Ihr erinnert Euch an die Story mit dem Frachter…es dauerte weitere drei Tage mit täglichen Anrufen im Hafen und WhatsApps zum Hafenmeister: „Maybe tomorrow I don’t know please ask again“ bis die Entscheidung fällt,

in nur 45 Minuten über das Kaspische Meer nach Aqtau zu fliegen. Wir landen um 1.00 in der Nacht, warten im Flughafen auf den Sonnenaufgang und treffen um 7 Uhr am Bahnhof in Mangyshlak Markus, der mit „unserem“ Frachter kam. Die Überfahrt dauerte 60 Stunden, der Frachter dümpelte noch ausgiebig vor Baku. Nur zur Info, falls ihr in Baku überlegt, Frachter oder Flieger: 45 Minuten 125 Euro, 60 Stunden 80 Dollar (moralische Grundsatzdiskussionen sind hier nicht berücksichtigt).

In 31 (31!) Stunden überwindet der Zug die 1000 Kilometer von Mangyshlak in Kasachstan bis Nukus in Usbekistan.
Warum sind Grenzkontrollen immer mitten in der Nacht? In der dritten Klasse gibt bei 40 Grad Aussentemperatur kein Aircon, zwei Toiletten auf ca. 70 Reisende und Pritschen. Und um die Frage vorweg zu nehmen: es gibt nur 3. Klasse. Alles geht sehr gesittet zu und am Ende der Reise sind wir die Einzigen, die ihre Kleidung die gesamte Zeit trugen und deren Fussboden bekleckert ist mit Melonensaft, Zwiebeln und Brotkrümeln.

Wir haben mit kasachischen Wanderarbeitern Karten gespielt und ich habe gelernt, das Thorsten auf Russisch mein Muschina ist und Moschna ein Wort wie Sorry , Darf ich bitte, universell einsetzbar und höflich. Gesprochen wie ich schrieb, korrekt geschrieben völlig anders. Die rechte Hand an das eigene Herz gelegt kommt von Herzen, wünscht alles Gute, nimmt Abschied, signalisiert „Danke“, auch „Nein, Danke“ und zeigt Ehrerbietung.

In Kasachstan gibt es als Währung den Tenge und in Usbekistan haben sie So`m oder Sum. Geldautomaten sind in Nukus rar, wir sind froh über das kleine Bargeldpolster in Dollar und Euro. 150 € sind 1,3 Millionen So`m, beim Tausch bekamen wir ausschließlich 5000er: 260 Scheine. Ich fühl mich wie Herr Duck.

So`m, jede Menge

Veröffentlicht von

Anke Rettkowski

Ein sehr guter Jahrgang :)

3 Gedanken zu „Von Aserbaidschan nach Usbekistan“

  1. Hallo Anke,

    ich hatte schonmal versucht einen Kommentar dazulassen, hat wohl nicht geklappt.
    Ich freue mich immer über neue Einträge und fühle mich immer gut Unterhalten mit deinen Beschreibungen. Ich drück dich ganz doll und wünsche euch weiterhin eine gute Zeit.

    Küssken Nicole

  2. Da kommen Erinnerungen hoch, wenn ich deinen Bericht lese. Ich bin vor 18 Jahren in Usbekistan gewesen und hatte reichlich getauscht, da ich meiner Reisegruppe damals – 8 Leute – zu meinem Geburtstag einen ausgeben wollte. Die Sum-Scheine ließen meine Gürteltasche platzen. Dazu hatte ich auch noch schwarz in einem Park getauscht, Abenteuer, Abenteuer, eine Freundin war dabei. Ich bin dann abends für Sekt, Cremetörtchen, etc. mal gerade umgerechnet 9 € losgeworden. Ein paar Sum-Scheine habe ich noch.

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