Santiago de Chile

Wir fliegen am 5.2. um 18.00 in Auckland los und landen in Santiago um 13.25. Am selben Tag. Und sind nicht mehr 12 Stunden der deutschen Zeit voraus, sondern vier zurück.

Santiago, ein Name wie süße Sahne. Keine Schönheit, diese Stadt, aber sie hat echt Flair. Wir wohnen im Barrio Bellavista, urban, Party und zentral. Fast jedes Haus ist Kunst und bunt. Eva und Lady Di sind auch hier.

Die kleine Standseilbahn Funicular Santiago fährt seit 1925 den höchsten Berg der Stadt, den 880 Meter hohen Cerro San Cristóbal, hoch und runter. Einer der entwickelnden Ingenieure war der spätere, 1958 gewählte Präsident Jorge Alessandro Rodriguez.

Oben wacht die Jungfrau Maria mit 22 Metern Höhe über die Stadt. Die kleine Kapelle ist richtig hübsch. Mein Spanisch darf ich an zwei  lebenslustigen Damen ausprobieren, die zusammen 182 Jahre zählen. Einzige Bedingung für ein Foto: der Rollstuhl der 92 jährigen darf auf keinen Fall mit aufs Bild. Wie schön es ist, wenn man mit 92 noch eitel sein kann.

Wie in jeder Stadt durchstreifen wir alles zu Fuß, was geht. Es ist heiß, und jeder nette öffentliche Platz wird nicht nur von uns für eine kleine Rast genutzt. Schöne Atmosphäre hier. Das Hauptpostamt ist von außen schön und von innen der Knaller. Die Catedral Metropolitana beherbergt den Sitz des Erzbischofs von Santiago und ist gut besucht, und nicht nur von Touristen. Es wird gebetet, zelebriert und der ein oder andere hält ein Nickerchen.

Yoga in Santiago an der Ney, der Nueva Escuela Yoga. Nach dem langen Flug und Jetlag geschädigten Knochen eine echte Wohltat. Ein Adho Mukha Shvanasana heißt überall auf der Welt gleich, der Rest klappt mit rudimentären Sprachkenntnissen und auf den Nachbarn schielen auch ganz gut. Stilecht: der Lehrer heißt Gonzales und der Inhaber Ernesto.

Die Schaufensterpuppen der Damen sind rund um Hüfte und Po ordentlich aufgepolstert, das scheint der Chilene zu mögen, ich denke über eine Auswanderung nach. Zumal die Herren hier so hübsche Schlüpfer tragen. Und es gibt viele Radfahrer in der Stadt, das gefällt. Leider sind es FAST nur junge Menschen, die das Zweirad nutzen.

In Asien habe ich super gern Menschen fotografiert. In Neuseeland überhaupt nicht. Das lässt sich nicht erklären. In Indonesien z.B. fand ich die Menschen nicht sonderlich hübsch, aber interessant. In Indien war ich schlicht fasziniert von der Geschmeidigkeit der Menschen in ihren Bewegungen und dem Fatalismus, der im größten Elend ein schönes Gesicht zaubert, ich fand fast alle schön. In Neuseeland waren einige recht ansehnliche Exemplare dabei, aber (völlig subjektiv!) uninteressant zu knipsen. Alle erschienen mir zu glatt, keine Kante im Mensch sein. Ist totaler Quatsch, weiß ich selbst, aber danke für den Hinweis. Hier staune ich: über die schönen Alten, die korpulenten Jungen beiderlei Geschlechts, die beneidenswerterweise befinden, jedes Gramm ist erotische Nutzfläche, und bei 30 Grad alles zeigen was sie haben (wenn ich dran denke, welche Komplexe mich plagten in dem Alter wegen….ja, wegen was eigentlich?). Morgen geht’s nach Valparaiso, ich freu mich drauf.

Veröffentlicht von

Anke Rettkowski

Around the world in a year

7 Gedanken zu „Santiago de Chile“

  1. Jetzt seid ihr dort, wo ich auch schon mal war. Valparaíso hat mein Herz berührt. Bei der Busstation um die Ecke gibt es einen Laden, in dem nur Männer in blauen Kitteln bedienen. Nix Selbstbedienung. Hinter der antiken Theke Gläser mit Eingelegtem, das man lose kaufen kann. Auch die Hügel, die nicht im Reiseführer stehen, sind sehenswert. Das andere, dem Verfall preisgegeben Valparaíso, wo die Katzen streunen und die Aufzüge nicht mehr funktionieren. In das Haus von Pablo Neruda werdet ihr ja wahrscheinlich sowieso gehen?? Den hätte ich gerne mal kennengelernt. Botschafter seines Landes und doch so verspielt, selten für einen Mann. Und vergesst nicht, irgendwo einen Pisco Sour zu trinken. Damit könnte man sich das Schnapstrinken angewöhnen. Chicos, que se diviertan!! Kann ich da nur sagen. Wann seid ihr in Buenos Aires??

    1. Gracias querida Susanne. Todavía estamos trabajando en el cambio de horario y entonces es hora dendisfrutar. Tal vez el pisco Sour ayude

      😉

      1. Qué bacán tu español! Typisch chilenischer Ausdruck, habe ich oft gehört, gleichbedeutend mit „super“. Cachai? (dto. = kapierst du?)
        Abrazo de Alemania.

  2. ich bin begeistert von Deinem Bericht und ärgere mich schon jetzt über die verpaßten Dinge in meinem Leben, nur weil ich Angst vor dem langen Flug habe. Das Foto mit dem Fahrrad ist toll.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.