Pulp. Schund.

Im Fußgängertunnel vom Grünen Pfad zwischen Landschaftspark und Meiderich glänzen als geiles Graffiti die Hauptdarsteller aus Pulp Fiction. Da war der Cineast am Werk. Ich gucke ihn mir direkt am selben Abend nochmal an. Hoffentlich schmiert nicht allzu schnell einer drüber. Im Tunnel, meine ich.

Pulp. Schund, Dreck, ästhetisch minderwertige Geschichten.

Pulp Fiction

Apropos. Im braven Bochumer Veranstaltungsmagazin „Heinz“ sucht der Jürgen in eine Sie. 51 Jahre zählt er, legt aber Wert darauf, dass seine zukünftige Begleitung über 18 ist. Er lässt auch gleich alle wissen, warum: leicht dominant sei er. Die Dame soll pinkeln, er möchte dann schlecken. Ja Herr, wer will das denn bitte in der Rubrik Kontakte vor dem ersten Treffen wissen? (Ja, es gäbe auch eine angemessenere Rubrik. So brav ist das Heinz dann nicht) Und bitte keine finanziellen Interessen! Sein E-Mail Account wird der Flut der Anschreiben nicht standhalten können. Manchmal ist es einfach schöner, wenn man der Sprache nicht mächtig ist:

Indische Kontaktanzeigen sind auf ganz andere Weise ebenso schräg und Scheisse. Aber die versteh ich wenigstens nicht. Da wird eine mindestens gleichwertige Stellung im sozialen Status gesucht, und das stark codiert. Eine vv ist eine vegetarian virgin, und es ist sicher nicht das Sternzeichen gemeint. Körperliche „Schwächen“ wie z.B. Brillenträger Starke xy werden dagegen offen erwähnt. Die Katze im Sack will der Inder so wenig wie der Jürgen aus der Heinz.

Dunkel sein ist ganz doof und wird blumig getarnt, die weizenfarbene Haut eine hübsche Umschreibung für hellbraun. Fair-skinned ist ein heller Teint. Hey Inder, was soll das? Ihr seht toll aus! Wir schmeissen uns bis zum Hautkrebs in die Sonne, um nicht mehr ganz so fair-skinned zu sein.

Aus verständlichen Gründen: no pics.

Da lob ich mir das echte Leben.

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