Pack die Badehose ein

Was braucht der Mensch auf Reisen?

Mein Rucksack fasst 48 Liter und wog zu Beginn 14,8 und am Ende 12,6 kg. Zu Beginn war die Wahl der Dinge, die mit mussten, nicht verkehrt, am Ende war die Auswahl perfekt. Für DIESE Reise wäre ich beim nächsten Mal gerüstet.
Wir brauchten Zeugs für -12 und +35 Grad, für Natur und Stadt, zum Wandern und Flanieren, zum Baden und Yogieren.

Das einzige Ding, welches ich (fast) umsonst mitschleppte und von dem ich mich trotzdem nicht trennte, aus ganz persönlichem Grunde: ein Reise-Minitauchsieder.

Das beste Ding im Gepäck: ein knallroter Schal aus reiner Wolle. Federleicht, megawarm und so groß, dass er Umhang, Wolldecke, Strandtuch, Kapuze und Schal in einem war. Ein Lieblings-Lappen.

Was hat ein Jahr durchgehalten? Drei T-Shirts und die Badelatschen. Und die geliebte Pyjamahose aus karierter Baumwolle, vor vielen Jahren im Friedensdorf-Laden erstanden, das Oberteil gibt es schon lange nicht mehr. Die Hose wird jetzt noch einmal geflickt 🙂 Da geht noch was.

Was haben wir verbummelt? Handtücher, fast alle.

Was nervte? Die 1001 verschiedenen Kabel, Stecker und Ladegeräte.
Was ging kaputt? Die 1001 verschiedenen Kabel, Stecker und Ladegeräte.

Souvenirs? Ja, jede Menge.
In Bukhara in Usbekistan verliebte ich mich in ein Kleidchen. Die Hausfee im Hostel in New-Delhi hat mich dafür fast erdrückt, so sehr hat sie sich gefreut.
Die kleine Kette aus hellem Holz vom Straßenhändler in Bodhgaya in Indien wird jetzt auf Bali in Indonesien ausgeführt, und die handgestrickten dicken Hausschuhe aus Khiva in Usbekistan schützen jetzt die Füße einer venezuelanischen Dame, die in Medellin in Kolumbien auf der Straße lebt. Und so weiter usw…das Gepäck soll klein bleiben.
Trotzdem habe ich alles mit nach Hause gebracht: jede Menge Erinnerungen an berührende Momente, Menschen und Orte.

Mein Rat, was mit muss?
Es gibt alles fast überall zu kaufen. Oft preiswerter als bei uns. Immer unterstützt das die Menschen vor Ort, denn selbst im Outdoor Laden der europäischen Kette arbeitet in Chile ein Chilene.

Wichtig: ein Gepäckstück, dass man allein bewältigen kann, auch mal für drei Kilometer. Und besser ist, man hängt an nix vom Inhalt. Auf Bali kommt der teure Fleece mit voller Hitze in den Trockner und aus diesem drei Nummern kleiner geschmolzen wieder heraus. In Indien hat die Bluse NACH der Wäsche Flecken, die nicht mehr rausgehen und das sanfte Waschmittel sorgt für dezenten Grauschleier an der Naturfaser. In Potosi in Bolivien bekommt in der Wäscherei zwar alles einen pinken Wollfaden, was uns gehört, aber deshalb findet noch lang nicht alles zu uns zurück. In Chile stirbt der kleine Tagesrucksack seinen Heldentod. Und manche Dinge braucht man auch einfach nicht, von denen man dies zwingend glaubte.

Die Kosmetik kann zu Hause bleiben. Ein Deo, was hier blumig seinen Dienst tut, wird unter Umständen in den Tropen zur Stinkbombe. Und hiesige Creme ist für hiesiges Wetter gemacht und wird dort zur schmierigen Paste.

Fazit: Pass, Kreditkarte.













2 Gedanken zu „Pack die Badehose ein“

  1. ….wenn man all das selber tragen muss, sollte der Inhalt schon wohl überlegt sein. Aber und da gebe ich dir völlig Recht, zeigt erst die Erfahrung was wirklich wichtig ist.

  2. Wow- gut gepackt & du hast so Recht mit dem, was du schreibst. Ich habe auch mit 14kg gestartet, habe aber mittlerweile das Doppelte. Das lag vorallem daran, dass ich mir nach 4 Monaten einen Rollkoffer gekauft habe. Ich hatte Rückenschmerzen vom
    Rucksack und dann habe ich zugeschlagen. Vorallem Vietnam ist ein Shoppingtraum: Porzellan, Kleidung, Bastkörbe. Vietnamesen sind ein Meister in „handmade“ .

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