Descansa en paz

Eines der teuersten Viertel Buenos Aires‘ beherbergt natürlich auch auf dem Friedhof Prominenz. Oder zumindest Wohlstand.

Recoleta cementerio. Hier ruhen Sportler, Künstler, Wissenschaftler und Präsidenten. Und seit 1976 auch die berühmte Eva Duarte de Perón. In der Familiengruft der Duartes liegt sie sechs Meter unterhalb der Erde, mit einer Stahlplatte vom Rest der Welt getrennt. Ihr einbalsamierter Leichnam hat eine bewegte Entführungsgeschichte hinter sich, die Stahlplatte ist vorsichtshalber installiert, damit dies nicht nochmal passiert. Gestorben ist sie nämlich bereits 1952.

Eine schillernde, hoch interessante Frau. Kind des Großgrundbesitzers Duarte, geboren 1919. Heute ungewöhnlich, 1919 sicherlich prägend: Duarte, verheiratet, zeugte mit der geliebten Geliebten, unverheiratet, fünf anerkannte Kinder, auch die kleine Eva Maria. Sie ging mit 15 nach Buenos Aires, wurde nacheinander Model, Radiomoderatorin, Sängerin, Schauspielerin, und war stets politisch aktiv. Ihren späteren Ehemann, Juan Domingo Perón, unterstützte sie mit politischen Aktionen und ihrer Stimme im Radio lange, bevor sie ihn kannte, und als sie sich fanden, heirateten sie im selben Jahr. Die Primera Dama bekleidete offiziell kein politisches Amt, zog aber jede Menge Strippen. Die Argentinier verehren La Evita auch heute noch als Wohltäterin. Und wenn nicht: kalt lässt sie bestimmt kein argentinisches Herz.

Der Friedhof ist wunderschön, und über seine Mauern hinweg pulsiert die Millionenstadt. Das Grab der Eva Maria Duarte de Perón ist das Einzige, das frische Blumen trägt.

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