Agra

Es gibt nur einen Grund, Agra zu besuchen,

und ich widerstand der Versuchung, es als Titelbild zu verwenden: das Taj Mahal gilt als das vielleicht schönste Gebäude der Welt. Heute stehe ich mit dem falschen Bein auf (das ist der Uhrzeit geschuldet) und Indien ist voll doof. Das Taj Mahal natürlich nicht. Es ist einfach opulent, und dann noch aus Liebe erbaut, was kann es besseres geben. OK, es ist ein Mausoleum, die Dame hatte zu Lebzeiten nicht viel davon. Wir sind passend zum Sonnenaufgang vor Ort, wie viele andere auch. Trotz der Besucherzahl hat das Gelände seinen eigenen Zauber und wir genießen ausgiebig den Park um das Taj. Nachmittags kommen wir nochmal vorbei. Ich nehme zurück, das morgens viele Menschen dort weilten, im Vergleich waren wir auf jeden Fall alleine. Der Inder wirft sich gern in Schale für einen Besuch seines weißen Marmor – Kunstwerkes. Die Damen tragen ihren Sonntagssari, die Herren Anzug. Sehr schön anzusehen. An der Entwertung des Eintrittstickets arbeiten drei Kräfte. Der erste faltet das Ticket zur Hälfte, der zweite locht das Ticket zwei Mal, der dritte macht einen Stempel drauf.

Im Bahnhof ist schlafen verboten, was niemanden beeindruckt, und der Wartesaal ist für die zweite Klasse. Die ist in Indien die letzte und siebte Klasse. Am Fluss befindet sich die Wäscherei.

Das rote Fort, Weltkulturerbe, ist bestimmt ganz wahnsinnig wichtig, doch die Besucher sind interessanter als der Bau. Ich tue dem Fort natürlich Unrecht, aber was soll das Taj zu Sonnenaufgang heute noch toppen?

Mein persönliches Lieblingsfoto heute ist das „Penthouse“ in dem kleinen Stadtteil um das Taj Mahal. Erkenntnis des Tages: Uns geht es einfach sehr sehr gut, ich bin dankbar. Auf der Terasse der Dachwohnung lausen sich die Affen, auch wenn es anders aussieht 🙂

Und morgen geht es nach Varanasi.

Veröffentlicht von

Anke Rettkowski

Ein sehr guter Jahrgang :)

3 Gedanken zu „Agra“

    1. Wahrscheinlich liegt das an dem ganzen Staub und Dreck in der Luft, das legt über alles einen samtig warmen Schimmer. Und sicher sind die Motive bunter.

  1. Also, dass Du der Versuchung widerstanden hast, ist schon bemerkenswert. Himmel, ist das schön! Und was für ein krasser Gegensatz zu dem normalen Leben dort. Demut und Dankbarkeit – das kann ich gut nachempfinden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.