Singalila Ridge Trek

Am Himalaya kommt man nicht so oft vorbei, da muss man trecken gehen.

Drei Tage wandern wir durch eine wechselnde wunderschöne Landschaft und erlaufen dabei 1700 Meter Höhe und 65 km. Mehrmals überquert man dabei die Grenze zwischen Indien und Nepal, einige Male muss man sich beim Grenzposten registrieren. Manchmal ist auch gerade keiner zugegen oder hat keine Lust. Wir kommen durch pittoreske Dörfer, meine Favoriten sind das nepalesische Kalipokhri und das indische Shri Kola oder auch Srikola. In Kalipokhri rasseln wir in zwei Totenfeiern, für die Mönche aus der umliegenden Gegend zum Beten kommen. Beide Trauerfamilien bieten uns einen Platz an. Ein Herr verlor seine 90-jährige Mama und hatte seine Verwandtschaft zum Leichenschmaus zu Gast. Es ist Sitte, jedem Passanten eine Kleinigkeit anzubieten, und wir bekamen eine Tasse Tee und Gebäck. Für uns das unwohle Gefühl, Eindringlinge zu sein, für den Herrn normaler Brauch. Bei uns wird gestorben, hier ist „die Zeit abgelaufen“.
Nachts ist es nicht kalt, sondern Arschkalt. Eine Daunendecke, vier Polyesterdecken, Fleecehose und -jacke, Mütze und Schal reichen nicht aus, uns zu wärmen. Auf 3900 Metern wird jeder Schritt bergauf zur Meditationsübung, das Atmen fällt schwer.
Srikola, allein der Name macht Spaß und zergeht auf der Zunge. Das Dorf ist weit verteilt am Hang und wird nach unten durch den Fluss begrenzt, alles ist dschungelig wuchernd grün und jedes Häuschen wird von Blumentöpfen umrundet. Doppelt schön ist das Dörfchen, weil nach 25 km stetem bergab ohne Pause auf dem Dschungelpfad, mit Gummibeinen eine süße Teebude steht.
Am vierten Tag erreichen wir nach einem zweistündigen Spaziergang Rimbik, unser Ziel, und nach einer Nudelsuppe geht es mit dem Jeep wieder nach Darjeeling.
In Rimbik und Darjeeling wird auf der Straße gezockt, eine Art manueller einarmiger Bandit. Man setzt auf ein Symbol, die Würfel müssen es mindestens zweimal zeigen.

In den Nationalpark darf man ohne lizenzierten Führer nicht rein, wir buchten Rumba. Seinen Job macht er seit 20 Jahren und genauso wie vor 20 Jahren, ein stehen gebliebenes Original, einen gewissen Charme kann man nicht absprechen. Er bittet uns, ihm eine gute Bewertung auf allen Internetforen zu geben und erzählt im nächsten Satz, die Eigentümer der Lodge, in die er uns führte, waschen nie die Bettwäsche. Bringt er nicht in Zusammenhang. Ansonsten bietet er durch seine Art echten Einblick in die (männliche) indische Gedankenwelt. Man(n) verzeihe mir die Verallgemeinerung. Abends dreht er auf und erzählt nach einem Bier Geschichten, da wird Münchhausen blass.

Nach drei Tagen ohne fließendes Wasser und einen Tag mit Gebirgswasser aus dem Hahn freuen wir uns auf eine heiße Dusche und buchen ein Home Stay Hotel…einen Eimer heißes Wasser kann man für 10 Rupies haben.

Nicht so sehr für Euch, geneigte Leser, sondern gegen das Vergessen hier eine Auflistung der Dörfer, die wir erlaufen haben: Ausgangspunkt Dhotrey, Tumling, Gairibas, Kalipokhri, Sandakphu, und nach halbem Weg Richtung Phalut quer runter nach Srikola und Rimbik.

Veröffentlicht von

Anke Rettkowski

Ein sehr guter Jahrgang :)

6 Gedanken zu „Singalila Ridge Trek“

    1. Hallo Claudia, wenn es mal gar nicht geht mit dem Spiegel und mir, wickel ich mir ein Tuch um den Kopf oder trage Sonnenhut…und versuche das mit dem Friseur in Thailand nochmals…. vielleicht …lieben Gruß zu Dir!

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