La tos

Krank sein ist doof, und auf Reisen erst recht, nur das heimische Sofa mit Kuscheldecke und Katze, möglichst allein und ohne Geräusche scheint erträglich.

Ich bekomme einen Husten, der dem Bauch einen Muskelkater und dem Kopf Schmerzen macht, mit Gliederschmerz und allen Finessen. Der Mann empfiehlt Antibiotika, die Versuchung ist groß. Andererseits befallen mich gerade ein paar grundsätzliche Gedanken zum Thema.

Der Hals war schon immer Achillesferse, bereits im Vorschulalter dürfte ich zur Bronchien Kur an die See. Seitdem bekomme ich regelmäßig mindestens einmal jährlich eine fiese Bronchitis, Seitenstrang Angina, Nasennebenhöhlenentzündung, eben einen dicken Hals. Antibiotika, und nach drei Tagen mit Helm auf dem Kopf ist alles (vermeintlich) wieder gut. Egal welcher Arzt: es hängt zwar in jeder Praxis ein Plakat über Antibiotika Resistenzen, aber bisher war noch keiner dabei, der einfach sagte: Bett, Schlafen, Tee. Antibiotika statt Krankenschein, ich quäle mich durch die Tage und setze mich der Gefahr aus, den ganzen Mist zu verschleppen. Was ist das für eine bescheuerte preußische Pflichtbewusstseins Denke?

Wenn ich jetzt nicht die Zeit habe, auf mein Gestell zu hören, wann dann? Warum betreibe ich seit ewigen Zeiten das Konzept Raubbau statt Ruhe? Bekomme ich vielleicht genau deshalb dasselbe immer wieder? (Keine Frage, Antibiotika kann Leben retten, aber diese Diskussion stellt sich ja hier zum Glück nicht).

Ich nehme mir vor, mir auch zu Hause gut zu merken, dass die Welt nicht untergeht, wenn ich für ein paar Tage nicht mitwirke am Karussell! Bitte erinnert mich bei Bedarf daran. Mal schauen, ob es dieses mal nicht auch mit Ruhe und Ingwer klappt. Das Wetter lädt gerade eh nicht ein zum Bäume ausreißen.

Ein Artikel der nicht ins Reise-Tagebuch gehört? Egal, jetzt ist er drin.