Jorhat

Mit der Fähre geht es von Majuli nach Jorhat. Jorhat stinkt.

Die ganze Stadt stinkt nach Fäkalien. Ekelhaft, vor allem nach dem wunderschönen Majuli. Dabei sind wir nach sechs Wochen Indien vermutlich abgehärtet. Gott sei Dank sind wir hier nur 9 Stunden auf der Durchreise.
In Darjeeling trafen wir zwei junge Menschen, die für eine deutsche Entwicklungs-Organisation in Delhi „also nicht so im breiten Feld, schon so auf Regierungsebene“ an einem Smart-City-Projekt arbeiten. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Inder digital hinterher hinken. Aber sie haben definitiv ein Kanalisations- und Müllproblem. Bzw. keines, da keine Kanalisation und keine funktionierende Müllverbrennung. Das Zeug schwimmt neben oder rudimentär abgedeckt unter der Strasse im schmalen Graben. Viele, wahrscheinlich die meisten Haushalte haben kein fließendes Wasser, trinkbares schon gar nicht. Vielleicht scheißt es sich smart ja besser?

Doch zurück zu Jorhat, es wird die Göttin Durga gefeiert, bunt und laut. An jeder Ecke ist ein provisorischer Tempel errichtet, vor dem aus Lautsprechern Mantras in Endlosschleife dröhnen.Völlig übermüdet warten wir auf den Überlandbus nach Guwahati, der um 23.45 fahren soll, aber nicht kommt und dann nicht am Busbahnhof, sondern an der Ausfallstraße vor der Stadt fahren soll. Irgendwie klappt dann doch alles und um 5.00 sind wir in Guwahati, um 10.00 in Shillong (der Bahnhof für die shared Taxi ist im zweiten Stock eines Parkhauses, da muss man erstmal drauf kommen), und am Mittag in Cherrapunjee, was als regenreichster Ort der Welt gilt. Mit drei netten Indern auf Durga-Urlaub teilen wir ein Taxi Richtung Nongriat.
Die Straße endet im Weiler Tyrna, wir steigen wir aus und…ich vergesse meinen Rucksack im Kofferraum. Ja, frag ich mich auch, wie kann das denn?!
Egal, die Inder haben, Durga sei Dank, die Telefonnummer des Fahrers und heuern mir ein neues Taxi an. Zwei Stunden später ist mein Rucksack wieder da. Glück gehabt. Laptop, Klamotten, alles war drin.
In Tyrna finden wir ein nettes homestay und ein kleines Restaurant, um acht liegen wir ermattet in den Laken.

Veröffentlicht von

Anke Rettkowski

Ein sehr guter Jahrgang :)

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