Bikaner: Kamelzucht

In Bikaner ist die einzige staatliche und größte Farm für Kamelzucht in Indien mit ca. 400 Kamelen. Hier werden auch die Kamele fürs indische Militär gezüchtet.

Kamele tragen 13 Monate. Bei Geburt wiegt ein Kamel um 40, als Erwachsener knapp 600 Kilogramm.
Mit sieben Monaten werden sie von den Müttern getrennt und leben dann in Gehegen mit Altersgenossen, später getrennt nach Geschlecht. Die Stuten geben ca. sieben Liter Milch täglich. Die Milch wird gerecht geteilt: die Hälfte ist für die Jungen, die Hälfte für menschliche Verwendung. Mit zwei bis drei Jahren beginnt für die Tiere das individuelle Training, was ca. ein Jahr dauert. Zur besseren Handhabung durch den Menschen wird ihnen nach absolviertem Training ein Holzpflock durch das Nasenbein getrieben, an dem die Trense befestigt wird. So reicht ein kleines Ruckeln am Zügel, um das Tier gefügig zu machen. Weil Kamele überhaupt keinen Bock haben, abgerichtet zu werden, flippen sie dabei aus und beißen. Sie würden sich selbst verletzen, hätten sie schon das Holz im Nasenbein.

Ab fünf Jahren eignen sie sich für die Zucht, und auch private Eigentümer bringen Stuten zum Decken in die Farm. Dann leben die trächtigen Stuten in einem Gehege und die mit Babys in einem anderen. Sie können innerhalb dessen frei herumlaufen. Die Herren leben in einem geinsamen Gehege, sind aber angebunden. Eine „Krankenstation“ mit ein paar Einzelboxen gibt es auch.

Aus Kamelmilch gibt es Milch, Milchpulver, Eiscreme, Schokolade, Seife, Hautcreme, Körperpeeling. Aus den Milchzähnen werden Schmuckanhänger hergestellt und aus den Knochen Ziergegenstände wie z.B. Autos. Knochenreste werden gesplittert und gepulvert für Armbänder und Ketten. Die Haut wird zu Taschen und Schuhen verarbeitet und die Haare zu Schals.
Kamelmilch soll sehr gut sein für das Gehirn und sie findet auch medizinische Verwendung.
Angeschlossen an die Farm sind 750 Hektar Steppe. Morgens haben die Stuten freien Ausgang, abends die Hengste (heißt das bei Kamelen so?) Es arbeiten 95 feste Kräfte dort und 45 weitere nach Bedarf.

Bei Interesse: ein Kamel kostet hier um die 1000€.

Die Kamele kommen aus verschiedenen Regionen, die unterschiedliche Stärken haben für ihren Einsatz im menschlichen Leben und sich auch optisch unterscheiden. Die einheimischen Bikaners eignen sich als Transportkamele und geben gute Milch. sie sind dunkelbraun und haben sehr lange schwarze Wimpern, Augenbrauen und Ohrenhaare.

Veröffentlicht von

Anke Rettkowski

Ein sehr guter Jahrgang :)

2 Gedanken zu „Bikaner: Kamelzucht“

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